Die Majestät Südafrikas
Die Menschheit lernt langsam. Sie hielt die Erde für eine Scheibe, sie glaubte fest an Hexen. Und sie verkannte lange Zeit das edelste aller Metalle, das Platin. Was unter strengster Bewachung aus dem Merensky Reef herausgehämmert und dann in Prominentenjuwelen verwandelt wird, das verspottete man einst als „kleines Silber“.
Dabei wissen wir heute gar nicht, was wir am Platin mehr bewundern sollen: Seine Seltenheit? Oder sein Understatement? Hollywoodstars lieben vor allem die Wandlungsfähigkeit. In Platin werden – dank seiner enormen Härte – selbst mikroskopisch feine Flächenstrukturen und gewagte Formen zu stabiler Ewigkeit. Das macht es zum Idealwerkstoff für Sonderwünsche, zum Edelmetall der Künstler und Kreativen, zum Kultmaterial der Träumer und Trendsetter. Die Pop-Diven und Leinwandgrößen der Welt lassen sich ihre Treuegelöbnisse fast nur noch aus Platin schmieden, um sie dann stolz in die Linsen der Paparazzi zu halten.
Von den spektakulären Beispielen für die Schmiedbarkeit des Platins sind die Fabergé-Eier der russischen Zarenfamilie noch immer die berühmtesten. Vornehm wie er war, hob sich Carl-Peter Fabergé den Höhepunkt seiner Juwelierskunst für das Innere jedes Eies auf. Wie beim Winter-Ei von 1913, das ein Blumenbouquet mit unfassbar filigranem Platin-Korbgeflecht in sich verbirgt. Für den Traum, diese Präzisionsarbeit zu besitzen, opferte ein anonymer Bieter bei Sotheby´s vor Jahren die Kleinigkeit von 9,6 Millionen US-Dollar.
Gold bleibt die große alte Dame des Schmuckes, aber Platin ist seine erhabene Königin. So gesehen kommt der Name „Platin“ einer Majestätsbeleidigung gleich, einst begangen von spanischen Eroberern. Am Rio Negro auf Goldsuche, beschimpften die Conquistadores das neue Metall als „Platina“ (eine Abwertungsform von Plata, spanisch für Silber). Schließlich sollten sie für den barocken Glitzerpomp daheim bei Hofe Gold und Smaragde nach Hause bringen, aber kein unscheinbares, weißgraues Etwas. Also landete das „kleine Silber“ wieder im Flussbett. Erst in den Versuchsküchen der Alchimisten durfte das chemische Element Nr. 78 dann doch seine Stärken zeigen: 30 mal seltener als Gold, doppelt so schwer wie Blei und in Wahrheit viel härter als Silber. Die Königin hatte sich geoutet. Der Thron war bestiegen.
Jetzt sind wir also reif für das Platin. Wir schätzen seinen geheimnisvollen Schimmer, seine unaufdringliche, hintergründige Ausstrahlung. Dieses Metall ist cool, ohne kalt zu sein. Auf eine leise Art glamourös. Aber noch wichtiger: Es strotzt vor Symbolkraft. Platin hat Aussage. Wenn die Kreisform von Trauringen die Unendlichkeit darstellt – kann es dann ein angemesseneres Material geben als das ewige Platin? Ist ein so seltenes Metall nicht der perfekte Ausdruck für das seltene Glück, den richtigen Partner gefunden zu haben?
Weniger romantisch Veranlagte sehen die Sache simpler. Für sie ist schon der hohe Anschaffungswert ein Liebesbeweis. Und Platin ist nicht umsonst so teuer: Nur eine Handvoll Fundorte gibt es weltweit. Der Veredelungsprozess von Rohplatin zu Juwelierplatin besteht aus dutzenden aufwändigen Trennverfahren. Platinschmiede benötigen zur Bearbeitung viel Zeit und kostspielige Spezialgeräte.
Wer es sich dennoch leistet, bekommt damit ein Stück Unsterblichkeit. Wer es nicht tut, sollte wenigstens einmal in die Nähe des Metalls gekommen sein: Die airtours Rundreise „Wildlife, Wellness & Gardenroute“ von Johannesburg nach Kapstadt beinhaltet eine Luxus-Lodge in einem noch wenig bekannten Naturparadies, Berglandschaften, goldene Strände am Indischen Ozean, hochklassige Spa-Hotels – und sie führt dicht am Merensky Reef vorbei.
Marataba gehört mit seinem malariafreien 23.000 ha großen privaten Wildschutzgebiet zu den landschaftlich schönsten Reservaten Südafrikas.
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