Afrika

Botswana: Rüssel auf Augenhöhe

Elefanten, Krokodile, Flusspferde, Wildhunde, Paviane – das sind nur ein paar Tierarten, die im Chobe-Nationalpark zu Hause sind. Bei einer Safari kommen Urlauber den wilden Schönheiten ungewohnt nah

Wenn bei der Safari-Ausfahrt die Tiere schon zu nah sind zum Fotografieren, nennt man das wohl ein Luxusproblem. Dem gewaltigen Nilkrokodil, das am Ufer des Chobe Rivers die Abendsonne genießt, ist mit größeren Teleobjektiven kaum mehr beizukommen. Unmittelbar vor unserem Boot chillt das Riesenreptil im weißen Sand und schaut dabei interessiert einer Pavianfamilie zu, die nur wenige Meter entfernt ein lautstarkes Picknick veranstaltet. Wahrscheinlich träumt es davon, die Rasselbande mit nur einem Happen zu verschlingen. „Fahr mal ein paar Meter zurück“, bittet unser Guide den Bootskapitän, der uns langsam tuckernd sofort die beste Perspektive verschafft. 

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Auch auf die XL-Fraktion im Reich der wilden Tiere im Chobe-Nationalparks muss man nie lange warten. Auf dem mächtigen Fluss, der allerdings so gemächlich fließt, dass er fast wie ein See wirkt, steuern wir die Insel Sedudu an. Schon von weitem zeichnen sich auf dem baumlosen, flachen Gras-Eiland die Silhouetten von pummeligen Flusspferden ab, die zum abendlichen Fressen an Land gestapft sind. Vom Boot aus nähert man sich den Riesen auf Augenhöhe, das allein schon flößt einem gehörigen Respekt ein.

Nur Augenblicke später erleben wir die Zweitonner sogar im Galopp: Ein junger Bulle ist wohl nur aus Versehen zwei Müttern mit ihren Halbwüchsigen zu nah gekommen und wird nun von den aufgebrachten Big Mamas gejagt. Eine riesige Staubwolke steigt in den Abendhimmel, als sie mit Brummen und Fauchen dem junge Rowdy hinterherjagen und dabei ein erstaunliches Tempo erreichen. Als Mensch hat man keine Chance, einem Flusspferd im Spurt zu entkommen – die Tiere laufen schneller Usain Bolt. 

Das Treiben am Fluß ist faszinierend – bekannt geworden ist der Chobe-Nationalpark jedoch vor allem für seine vielen Elefanten. Mit 10 566 Quadratkilometern – das ist etwa die Hälfte von Hessen – beherbergt der Park einen großen Teil von Botswanas etwa 130 000 berüsselten Riesen. Die vermehren sich so eifrig, dass die Regierung nach fünf Jahren Pause sogar wieder die Jagd erlaubt hat.

Im Nationalpark haben sie zum Glück nichts zu befürchten, und so müssen wir auch nicht lange warten: In einer Waldlichtung hoch über dem Flussufer erscheint eine Gruppe von Kühen mit ihrem Nachwuchs. Während die Mütter mit schwingenden Köpfen relaxt den Sandstrand hinunter trotten, trippeln zwei Babyfanten ganz aufgeregt hinterher. Das Kleinste der beiden ist gerade ein paar Tage alt. Der Knirps will es Mama und Tanten beim Trinken aus dem Fluss gleichtun – doch es plumpst immer wieder vornüber ins Wasser und wird von seiner Mutter mit Engelsgeduld immer wieder aufgerichtet. Man sieht: Mit Rüssel will auch Trinken gelernt sein.

Der besondere Tipp

Chobe ist einer der besten Parks Afrikas, um die vom Aussterben bedrohten buntgescheckten Wildhunde zu sehen. Vor allem am frühen Morgen zu ihrer bevorzugten Jagdzeit besteht auf den weiten Grasflächen eine gute Chance, ein Rudel zu beobachten.

Titelbild und weitere Fotos: © Dietmar Denger (11)

Mit bis zu 40 Kilometern pro Stunde saust ein Flusspferd über Land

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Bild: © Dietmar Denger

Dietmar Denger
Dietmar Denger

Dietmar Denger reist als Reporter und genialer Fotograf schon seit vielen Jahren durch die Welt. Hier stellt er seine Lieblingsorte vor.