Thailand

Dürfen wir vorstellen: Thailand

Kaum ein asiatisches Land ist so kontrastreich wie Thailand: Gläserne Wolkenkratzer in Sichtweite jahrhundertealter Tempel, paradiesische Sandstrände und bis zu 2565 Meter hohe Berggipfel – diese Gegensätze machen Thailand zu einer beliebten Luxusreise-Destination

Sie lächeln zur Begrüßung, wenn sich die Blicke zweier Fremder kreuzen, bei der Frage nach dem richtigen Weg, auf dem Markt oder im Restaurant – in Thailand scheinen alle Menschen zu lächeln. Die 69 Millionen Einwohner des südostasiatischen Königreichs gelten als ausgesprochen freundlich. Dabei dient der freundliche Gesichtsausdruck auch dazu, das Gesicht zu wahren.

In Sachen Natur bietet das Land reizvolle Kontraste: Traumhafte Strände mit Palmen und feinsandigen Ufern im Süden, bis zu 2565 Meter hohe Gipfel im Norden, riesige Reisfelder im Nordosten zwischen Laos und Kambodscha, fruchtbare Plateaus an den Ufern des Chao Phraya rund um die Hauptstadt Bangkok.

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Was bisher geschah

Die ersten Thai wanderten im 8. Jahrhundert aus dem Süden Chinas aus und siedelten sich in der Region jenseits des Himalaya an. 1238 gründeten sie in Sukothai, etwa 400 Kilometer nördlich von Bangkok (das es damals noch nicht gab), das erste Königreich. Herrscher Rama Khamhaeng soll den Überlieferungen zufolge in dieser Zeit das thailändische Alphabet und den Buddhismus als Staatsreligion eingeführt haben. Beides hat bis heute Bestand.

Um 1350 entstand in Ayutthaya, das sich bereits zu einem bedeutenden Handelszentrum entwickelt hatte, ein weiteres Königreich. Nach und nach begannen auch europäische Nationen, sich für das Land zwischen indischem und pazifischem Ozean zu interessieren, und gründeten dort Handelsmissionen. Anders als seine Nachbarn blieb Thailand jedoch immer unabhängig. 1767 zerstörten Burmesen Ayutthaya. Nach Jahren der Krise ließ sich der neue Monarch aus dem Hause Chakri, Rama I., in der Hafenstadt Krung Thep nieder: Aus der Kleinstadt wurde eine Metropole mit 8,2 Millionen Einwohnern, international bekannt als Bangkok. Mittlerweile sitzt die 10. Generation der Chakri auf dem Thron.

Im 20. Jahrhundert kam es in Thailand immer wieder zu teils blutigen Protesten von Studenten und Oppositionellen gegen die Regierung. Ein Dutzend Mal putschten sich Generäle an die Macht, zuletzt 2014.

Dann ist Saison

Mit Temperaturen um die 30 Grad Celsius am Tag und tropischen Nächten jenseits der 20 Grad wirkt der thailändische Winter auf Mitteleuropäer wie Hochsommer. Wärmesuchende schätzen diese Zeit von November bis Februar, vor allem im Dezember und Januar zieht es zahlreiche Urlauber in das südostasiatische Land. Wer also dem Trubel während der Hochsaison entgehen und Urlaub am Strand machen will, reist lieber in der Nebensaison von Juni bis Oktober an: Während in dieser Zeit der Monsun weiten Teilen des Landes starken Regen bringt, bleiben Ko Samui und andere Inseln im Golf von Thailand davon verschont, und das Thermometer zeigt tagsüber bis zu 32 Grad an. Das Meer ist das ganze Jahr über angenehme 26 bis 28 Grad warm. Von März bis Mai steigen die Temperaturen regelmäßig auf bis zu 40 Grad, die hohe Luftfeuchtigkeit sorgt für starke Schwüle – nur geeignet für Tropenfans.

Flott unterwegs

Von Bangkok aus erreicht man nahezu jede größere Provinzstadt und die Ferieninseln in wenigen Stunden mit dem Flugzeug. Umweltschonender geht es mit Überlandbussen – in der VIP-Variante sogar mit Schlafsitz. Thailand hat außerdem ein gut ausgebautes Bahnnetz in den bergigen Norden mit der Tempelstadt Chiang Mai, nach Nordosten in den Isan und nach Süden in Richtung Phuket und Malaysia.

In der Hauptstadt kommen Urlauber bequem mit der Hochbahn von einem Ort zum anderen. Die Züge fahren von morgens 6 Uhr bis um Mitternacht etwa alle fünf Minuten.  Bitte beachten: Vor der Fahrt in einem Tuk-Tuk müssen Urlauber den Preis verhandeln. Dabei zahlen sie häufig mehr als Einheimische und mehr als in einem „Meter-Taxi“. Diese Taxis mit Taxameter (den die Fahrer auf Ihr Bestehen hin auch einschalten!) gibt es nur in Bangkok und am Flughafen in Phuket.

Mit einem internationalen Führerschein (vor Reisebeginn bei der Zulassungsstelle zu Hause beantragen) können Sie im ganzen Land ein Auto mieten. Das Fahren im Linksverkehr erfordert anfangs aber etwas Übung, und der Fahrstil auf Thailands Straßen wirkt zuweilen chaotisch für europäische Verhältnisse. Gäste verhalten sich hinterm Steuer daher lieber zurückhaltend – oder buchen gegen einen geringen Aufpreis gleich einen Wagen mit privatem Fahrer.

Kulinarik in Thailand

Fettarm und vitaminreich – thailändische Gerichte zählen zu den bekömmlichsten in ganz Asien. Und das nicht nur, weil sie traditionell in mundgerechten Stücken auf den Teller, besser gesagt in die Schale, kommen. Bei fast jeder Mahlzeit ist knackiges Gemüse dabei, das nur kurz im Wok gegart wird, dazu gibt’s einen großen Topf Reis. Thailändische Köche verwenden gern reichlich Chili und Knoblauch. Auf Wunsch von Gästen, deren Gaumen (noch) nicht an asiatische Schärfe gewöhnt ist, gehen sie aber auch sparsam damit um. Übrigens: Hervorragende Mahlzeiten bekommen Sie auch an den mobilen Garküchen, die sich längst auf den Straßen und Märkten im Land etabliert haben.

Die Küchen der Nachbarländer haben die thailändischen Spezialitäten beeinflusst. Aus Malaysia stammt gaeng massam, ein leicht scharfes Curry mit Rindfleisch, Erdnüssen und Kartoffeln. Der beliebte Salat som tam (dünne Papayastreifen, dazu Cocktailtomaten und getrocknete Krabben oder Flusskrebse) wird auch in Laos serviert. Zum Frühstück essen Thailänder gerne einen echten Wachmacher aus China: kanom chin, kalte Reisnudeln mit frischen Kräutern in einer sehr, sehr scharfen Currysauce.

Bei den Snacks greifen Einheimische gerne zu sehr süßen Naschereien, zum Beispiel in Kokosmilch gegarten und in Bananenblätter eingewickelten Klebereis. Auch frisches Obst ist beliebt, vor allem die Durianfrucht. Ihr cremig-weiches weiß-gelbes Fleisch schmeckt nach Vanille – und Käse. Beim Öffnen der stacheligen Frucht sollten Sie sich nicht von dem stark schwefligen Geruch irritieren lassen. Wem das zu exotisch ist, probiert besser Mangostane oder Rambutane. Der süß-säuerliche Geschmack der beiden Früchte ähnelt dem von Litschis.

Noch Platz im Koffer?

Mode, Möbel oder doch lieber eine Buddha-Figur? Die für uns Europäer günstigen Preise in Thailand erleichtern die Wahl des geeigneten Souvenirs nicht unbedingt, denn die Auswahl ist riesig. Statuen des „Erwachten“ (Buddha auf Sanskrit) gibt es in mehr als 80 verschiedenen Darstellungen: meditierend, im Lotus-Sitz, stehend… Beim Kauf sollten Sie unbedingt nach einer Ausfuhrgenehmigung fragen und so unliebsame Überraschungen am Flughafen vermeiden, denn Buddhas sind in Thailand heilig.

Thai-Seide hat es in den 1960er-Jahren zu Weltruhm gebracht. Handgewebte Originale erkennen Urlauber an den kleinen Knötchen im Stoff. Eine große Auswahl finden Sie im Fabrikverkauf von Jim Thompson in Bangkok. Im Anwesen des Seidenkönigs im Herzen der Stadt, das aus jahrhundertealten Teak-Häusern besteht und voller thailändischer Kunstwerke ist, zeigen Weberinnen zudem die traditionelle Herstellung des kostbaren Stoffs.

Großer Beliebtheit erfreuen sich maßgeschneiderte Kleider und Anzüge (mindestens zwei Anproben vereinbaren!) und handgearbeitete Möbel. Zahlreiche Händler bieten von sich aus die Lieferung per Seefracht nach Hause an.

Zum Einlesen

Skurrile Einblicke in die thailändische Kultur bieten die Kriminalromane des kanadischen Autors Christopher Moore um den Privatdetektiv Vincent Calvino. Amüsantes und Hintersinniges über die Mentalität erfahren Leser in den Kolumnen von Günther Ruffert, zusammengefasst im Buch „Geschichten aus Thailand“. Großartige Landschafts- und Inselaufnahmen zeichnen die Filme „The Beach“ und „Der Mann mit dem goldenen Colt“ aus. Eine kompakte Übersicht bietet der Reiseführer „Thailand“ von Marco Polo.

Luxuriös übernachten

So abwechslungsreich wie das Land, so vielfältig sind auch die Angebote an Luxusunterkünften in Thailand. Das Mandarin Oriental Bangkok etwa liegt direkt am Ufer des Chao Phraya, nur zehn Minuten zu Fuß von den Sehenswürdigkeiten der Altstadt entfernt. In seiner 143-jährigen Geschichte haben in den Suiten und Zimmern schon Prominente wie Johnny Depp, Lady Diana und der russische Zar übernachtet.

Eine eigene Villa mit Blick auf den Golf von Thailand bietet Luxus-Urlaubern das Four Seasons Resort Ko Samui auf der gleichnamigen Trauminsel. Der private Strandabschnitt am abgeschiedenen Laem Yai Beach gehört hier zur Basis-Ausstattung.

Tradition und exklusiven Komfort verbinden Hotels wie das Dhara Dhevi in Chiang Mai im Norden des Landes. Im Stil der autochthonen Lanna gebaut, wirkt die Unterkunft von außen mit seinen spitzen goldenen Dächern wie ein Palast. Entspannung finden Gäste im Spa oder in den hoteleigenen Pools.

Titelbild: Mit 92 Metern Höhe ist der Buddha von Wat Muang der größte in Thailand © Phramaha Komphet Phumalee – shutterstock.com

Weitere Fotos: © Igor Bukhlin, CHAINFOTO24, Kanisorn Pringthongfoo, thirawatana phaisalratana, NicoElNino, Noppasin Wongchum, S-F, Suchawut Thaingamsilp, apiguide, TWStock, Aleksandar Todorovic, Maxim Tupikov, artapartment, itman__47, MR. RAWIN TANPIN, David Kucera, Joshua Resnick, Quality Stock Arts, Thirteen, Nungning20, Kartinkin77, Jaynothing (alle shutterstock.com)

Hotelfotos: © airtours.de (9)

Moderne und Tradition in Bangkok: Der Große Palast mit mehr als 100 Bauten vor der Wolkenkratzer-Skyline

Unsere Angebote in Thailand

Moderne Urbanität und alte buddhistische Tempel, traumhafte Strände und eine intakte Berglandschaft, geschützte Tierreservate und dazu eine der besten Küchen Asiens: Thailands Gegensätze ziehen an. Wir haben die passenden Luxusunterkünfte für Sie!

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Bild: © TWStock – shutterstock.com

Jan Maier

Jan Maier hat in Paris das Redakteurshandwerk gelernt und nebenbei Frankreich auf Landstraßen erfahren. Er erkundet Städte genauso gern wie die Natur – ob in seiner Heimat Norddeutschland oder in der Ferne. Als Reisereporter liegen noch viele Kilometer vor ihm.