Italien

Dürfen wir vorstellen: Toskana

Die Toskana ist das Herz Italiens. Geographisch, vor allem aber kulturell, denn hier wurde die italienische Hochsprache geprägt, als Dante, Petrarca und Boccaccio ihre Werke im späten Mittelalter statt auf Latein erstmals im regionalen Dialekt verfassten.

Die Toskana gilt als Wiege der Renaissance, hat Künstler wie Leonardo da Vinci, Michelangelo, Giotto und Botticelli hervorgebracht. Ihre Kulturlandschaften sind von vollendeter Harmonie; der Mensch hat nur wenig zerstört. In mittelalterlichen Städten und Städtchen scheint die Zeit auf die schönste Weise stehengeblieben; gleichzeitig funktionieren Verwaltung und Infrastrukturen besser als in vielen andere Regionen.

Und die Toskaner? Werden von den anderen Italienern wegen ihres sympathischen Akzentes geliebt und um ihren blitzgescheiten, ironischen und mutigen Charakter insgeheim beneidet.

Was bisher geschah:

Die Toskaner behaupten gerne, dass die Italiener von den Römern abstammen, sie selbst hingegen von den fantasievollen, lebensfrohen Etruskern, die das Land zwischen 1000 und 300 v. Chr. beherrschten. Danach übernahmen auch hier die Römer.

Im Mittelalter prägten Stadtrepubliken wie Pisa, Siena und Florenz die Geschehnisse. Ab dem 15. Jahrhundert sorgte in Florenz das Kaufmanns- und Bankergeschlecht der Medici für Reichtum, blühende Künste und politische Intrigen. Im frühen 19. Jahrhundert regierten die Habsburger über die Toskana (und brachten sie wirtschaftlich auf Vordermann), und nachdem Italien 1871 zum Vereinigten Königreich wurde, triumphierte Florenz immerhin sechs Jahre lang als Hauptstadt. Bis heute gilt die Toskana – und auch wenn sich der Florentiner Ex-Premier Matteo Renzi nicht lange halten konnte – als „links“.

Dann ist Saison:

Die schönsten Reisemonate sind April bis Juni und September bis November. Der Herbst hat besonderen Charme, weil auf dem Land der Wein gekeltert und das neue Olivenöl gepresst wird. Von Florenz, Siena und anderen Städten ist im August abzuraten, weil dann die Einheimischen am Strand liegen und viele Läden und Restaurants geschlossen sind. 

Flott unterwegs:

Am besten mit dem Auto. Zug- und Busverbindungen sind dünn gesäht. Auf Autofahrer warten wunderbare und meistens gut gepflegte Landsträßchen, die entspannt über die toskanischen Hügel mäandern. Zeit mitbringen! Sehr im Trend ist neuerdings das Radfahren über die traditionellen toskanischen Schotterstraßen im Chianti und Val d’Orcia. Immer mehr (E-) Bike-Verleihs werden eröffnet.

Herr Ober!

Eine Pasta, die Sie nur in der Toskana bekommen? Handgerollte, dicke pici, die am besten all’aglione schmecken, mit einer Tomaten-Knoblauchsauce. Das berühmte ungesalzene Brot der Toskana findet auch in der Küche Verwendung, zum Beispiel in der ribollita, einer dicken Suppe aus weißen Bohnen, schwarzem Kohl und Gemüse. Aus Impruneta bei Florenz stammt der peposo, mit Rotwein und viel Pfeffer geschmortes Rindfleisch.

Noch Platz im Koffer?

Südlich von Florenz können Sie in großen Designer-Outlets richtig Geld ausgeben. Wer es individueller mag, kauft z.B. in Florenz feine Seide beim Antico Setificio Fiorentino oder handgewebtes Leinen von Busatti, die in der ganzen Region ihre Läden haben. Als kulinarische Mitbringsel eignen sich Olivenöl Extravergine, Wein, aber auch Pecorino, der würzige Schafskäse, der in der Gegend um Pienza besonders gut schmeckt.

Zum Einlesen

Alle Infos, gut geschrieben, bietet „Toscana“ aus der Reihe „Dumont Direkt“ (11,99 €). Der perfekte Toskana-Krimi zum Einlesen? „Die Morde von Morcone“ des SZ-Reporters Stefan Ulrich lassen die Toskana in angenehm düsterem Licht erscheinen. Und im Film? Die Komödie „Die Überglücklichen“ von Paolo Virzi (2016) erzählt die Flucht zweier Psychiatrie-Patientinnen durch eine Toskana hinreißender Landschaften und großartiger Menschen. 

Die Strada del Vino folgt den Weingütern und Olivenhainen der Toskana, immer in Nähe des Tyrrhenischen Meeres
Die Weinstraße „Costa degli Etruschi“ verbindet Weingüter in der Nähe des Tyrrhenischen Meeres

Titelbild: Weinberge im Chianti

© Fotos: Guido Cozzi (16), Massimo Borchi (3), Ermano Wagner (6), Stefano Amantini (2)

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Bild: ©Jarek Pawlak, stock.adobe.com

Annette Rübesamen
Annette Rübesamen

Annette Rübesamen ist seit 25 Jahren hauptberufliche Reisejournalistin. Ihre liebsten Themen: Italien, vergessene Welten, Weingüter und das Meer.