Abu Dhabi

Auf der Antilopen-Insel des Scheichs

Sir Bani Yas draußen im Golf war einst die Privatinsel des langjährigen Herrschers von Abu Dhabi. Heute ist sie öffentlich zugänglich – als arabisches Safari-Eiland mit Luxushotel, Lodges und über 10.000 Antilopen und Gazellen

Manchmal scheint ganz plötzlich der Boden mit all den Grashalmen, dem Sand, der roten Erde zu vibrieren. Es grollt dumpf, hämmert matt, und aus der Ferne zieht eine Staubwolke herauf – und ebenso plötzlich ist es wieder mucksmäuschenstill und aller Staub verschwunden: Auf Sir Bani Yas im Golf ist das ganz normal – Alltag auf dieser Insel draußen auf dem Meer 170 Kilometer Luftlinie von Abu Dhabi-Stadt. Wieder mal eine Antilopenherde, die über die Steppe herangedonnert kam, abrupt anhielt und den Kurs änderte, nur um das Spiel über den Tag hinweg aufs Neue wieder und wieder zu inszenieren. Einen konkreten Anlass gibt es selten, einen festen Rhythmus ebenso wenig. Doch jedes Mal ist es ein eindrucksvolles Bild – und ein Gefühl, das man bis in den Magen spürt.

Gut zehntausend Antilopen und Gazellen leben auf dem fast kreisrunden Eiland, dessen Fläche fast exakt der von Sylt entspricht. Mehr als 400 der vom Aussterben bedrohten arabischen Oryx-Antilope mit ihrem fast weißen Fell und den schwarzen Hörnern sind darunter – und ein paar Leoparden und Hyänen, die das natürliche Gleichgewicht wahren helfen sollen und fast nur bei Nacht aktiv sind. 

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Am Horizont schiebt sich derweil ein Safari-Fahrzeug über den Hügel, und ein paar Kameras richten sich aus dem kakifarbenen Auto mit offenem Heck auf die Tiere. Fotolinsen reflektieren das Sonnenlicht: Über Jahrzehnte war Sir Bani Yas die Privatinsel des langjährigen Herrschers Scheich Zayed, der hier seltene Tiere angesiedelt hat. Oft kam er hierher, lebte in seinem Inselpalast, der noch heute steht und der Familie vorbehalten ist, fuhr im Geländewagen in die Berge und durch die Steppe.

Inzwischen ist Sir Bani Yas öffentlich zugänglich, verfügt über ein Luxushotel und mehrere exklusive Lodges – und steht unter Naturschutz. Über dreieinhalb Millionen Pflanzen hat Scheich Zayed auf der einstmals nichts als sandigen Insel mit einem Bergrücken fast in der Mitte setzen, versteckte Bewässerungsleitungen legen und so einen Garten auf Steppensand entstehen lassen. Dreißig Tonnen pflanzliches Frischfutter für die Tiere landen jeden Tag per Boot an, die Hälfte davon von der benachbarten Perlentaucher- und Bauerninsel Dalma. Trotzdem ist Sir Bani Yas kein Kenia, nicht so grün wie die Masai Mara, längst nicht so artenreich wie die Serengeti Tansanias. Stattdessen bündelt sie die Natur der Arabischen Halbinsel auf engem Raum, ist ein kleines Paradies – geschaffen aus dem Antrieb heraus, die Heimat der Väter zu erhalten. Und manchmal kommen sogar die Delfine nachschauen, was hier so los ist. Viele von ihnen sind in den Gewässern der sogenannten Desert Islands unterwegs, immer wieder kann man sie vom Frühstückstisch im Insel-Hotel aus vor der Küste tanzen sehen. Ohne dass der Boden dabei wackelt.

Titelbild und weitere Fotos: © Helge Sobik

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Helge Sobik
Helge Sobik

Helge Sobik ist weit gereister Autor von mehr als 30 Büchern und begibt sich für uns auf die Suche nach dem ganz besonderen Luxus.