Kapverden

Wandern zum Takt des Morna auf den Kapverdischen Inseln

Die Kapverdischen Inseln sind berühmt für feine Sandstrände und grandiose Bergwelten. Man sollte allerdings genau wissen, wo man hinreist…

Als wir zum ersten Mal eine Reise auf die kapverdischen Inseln in Erwägung zogen, dachten wir hauptsächlich an bunte Cocktails am Meer, an karibische Strände, malerische Sonnenuntergänge und ganz, ganz viel Musik. Nun. Ich buchte dann aus Zeitgründen eine Reise ausschließlich nach Vicente und San Antao, nachdem uns versichert wurde, dass es sich hierbei um die landschaftlich schönsten Inseln des Landes handeln solle. Was auch stimmt, wie wir jetzt wissen: Auf San Antao und Vicente kann man ganz prima wandern und auf Berge klettern, und Musikanten gibt’s es dort auch zur Genüge. Schöne Strände allerdings nicht. Die sind nur auf Sal und Boa Vista zu haben – willkommen auf den Kapverden, diesem skurrilen, einst von Portugal kolonialisierten Inselstaat nordwestlich von Senegal, rund 600 Kilometer von der westafrikanischen Küste entfernt.

Statt hier auf einer Liege zu sonnen und zum Rauschen der Wellen still zu meditieren, wanderten wir also in den nächsten Tagen zerklüftete Steilküsten ab, mühten uns auf Geröll-Serpentinen durch mäßig besiedelte Berglandschaften und trafen unterwegs Menschen mit überladenen Lasteneseln. Niemals aber Schwimmer, Surfer oder Taucher. Das Meer sahen wir zwar hin und wieder, allerdings nur von ganz weit oben, wie eine Fata Morgana. Doch man kann sagen: Auf den Kapverdischen Inseln wurden wir zu emsigen Bergziegen. Man hätte sich halt informieren sollen. Doch ehrlich gesagt: Zu unserer eigenen Überraschung genossen wir unseren Aufenthalt auf den Kap Verden von Tag zu Tag mehr.

Es heißt ja schließlich, dass Wandern die vollkommenste Form der Fortbewegung und zudem der einzige Weg in die vollkommene Freiheit sei. Wir hatten unsere atemberaubenden Momente: Ausblicke über den tosenden Atlantik, die uns andächtig schweigen ließen. Wir spazierten staunend an skurrilen Plätzen vorbei, wie diesem in den Fels gemeißelten Fitness-Gym aus Lehm und spitzen Steinen im totalen Off zum Beispiel oder einer einsamen Hütte, in der ein einheimischer Fußballfan Trikots und Schals sehr, sehr vieler europäischer Spitzenteams an die Wand genagelt hatte. Surreal. Wir schlängelten uns eng und bang an der fast senkrechten Felswand der Bordeira do Norte entlang, einem mühsamen Maultierpfad, an dessen Rändern Obstbäume und Zuckerrohr zu sehen waren. Auch der Abstieg durch die Steilwände der Ribeira das Patas gehört zu den Erinnerungen, die uns im Gegensatz zu verdösten Tagen auf einer Strandliege sicher nie verloren gehen werden. Glücklich und beseelt von den Anstrengungen der Märsche durch die Kapverdischen Gebirge (und nicht zuletzt auch den freundlichen, überaus musikalischen Menschen dort) erteilte meine Frau mir am Ende unseres Trips trotz fehlender Strandvergnügungen die Absolution: „Irgendwie ist Muskelkater ja doch schöner als Sonnenbrand.“ Puh. 

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30.09.2022 – 28.11.2022
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Stand der Informationen: 20.01.2022. Die verbindliche Beschreibung der bei airtours buchbaren Leistungen finden Sie in der Buchungsstrecke der tui.com.

An den steilen Hängen auf Santo Antao sind Bananen- und Zuckerrohr-Plantagen angelegt

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Die Kapverden liegen vor der Nordwestküste Afrikas und sind bekannt für ihre kreolische portugiesisch-afrikanische Kultur. Bei uns finden Sie exklusive Luxus-Hotels!

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Titelbild: Oft verlaufen die Wanderwege direkt an der Steilküste © Sabine Braun

Weitere Fotos: © Sabine Braun (7), Miniloc – stock.adobe.com

Harald Braun

Harald ist weit gereister Reporter und Schriftsteller. Am liebsten ist er übrigens mit Sabine unterwegs – seiner Frau, die eine hervorragende Fotografin ist.

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