Ras al-Khaimah

Aufholjagd mit fünf Sternen

Das Emirat Ras al-Khaimah macht es Dubai nach, schüttet künstliche Inseln auf, baut Luxushotels am Strand und in der Wüste: Zeitenwende am Golf

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Ein aus Sperrholz gesägter Emir in Plakatwandgröße grüßt an den Rändern der Überlandstraße Richtung Ras al-Khaimah immer wieder mit erhobener rechter Hand. Die Bilder sind ausgeblichen, stehen offenbar schon lange in der Wüstensonne. Früher galt der Gruß vor allem den reisefreudigen Nachbarn von der arabischen Halbinsel, Saudis und Omanis auf Tagesausflug über die Grenze. Heute gilt er längst auch den Gästen aus der Ferne, den Touristen, die es in die neuen Luxushotels dieses Emirates zieht. Ein Elektrogeschäft am Stadtrand wirbt derweil sogar mit dem aus LED-Lämpchen geformten riesigen Konterfei des Staatsoberhaupts der Vereinigten Emirate. Allabendlich steht Hoheit jetzt unter Strom.

Etwa 30 Kilometer sind es von Dubai bis zum Emirat Ajman, sechzig bis Umm al-Qaiwain, 100 bis Ras al-Khaimah nahe der Meerenge von Hormus unmittelbar an der Grenze zur omanischen Musandam-Halbinsel. Vor bald 50 Jahren haben sich sieben Scheichtümer zu den Vereinigten Arabischen Emiraten zusammengeschlossen. Und so viele Gemeinsamkeiten sie haben – so sehr unterscheiden sie sich in den Details.

Internationaler Tourismus, auf Spitzenniveau sogar, hat sich zuerst in Dubai und Abu Dhabi entwickelt. Beiden Metropolen hat das über die Jahre zusammen mit dem Öl-Boom eine Wolkenkratzer-Skyline beschert. Die anderen haben mehr von ihrem ursprünglichen Gesicht gewahrt, weil das Geld für den großen Sprung zur Weltstadt fehlte. Ein Nachteil ist das nicht. Touristisch aber hat gerade Ras al-Khaimah inzwischen enorm aufgeschlossen, selber künstliche Inseln vor der Küste aufgeschüttet, dort neue Luxushotels emporwachsen lassen, allen voran das Waldorf Astoria. Und selbst in der Wüste gibt es dort inzwischen ein Ritz-Carlton Hotel.

Überhaupt spielt die Welt aus Sand bei den Einheimischen noch eine größere Rolle als anderswo. Vor allem an den Wochenenden fahren viele von ihnen kurz vor Sonnenuntergang in die Wüste, halten an der ersten Palme, an alten Festungen, in kleinen Oasen und spielen Vergangenheit. Im Kreis der Familie picknicken sie auf mitgebrachten Teppichen im Sand der Dünen. Sie wollen nicht ganz vom alten Leben lassen, und das neue darf doch nicht weit sein. In den Nächten verlagert sich das Geschehen an die Strände außerhalb der Städte. Es zieht sie dorthin, um zu sitzen. Zu reden. Zu schauen. Ein Feuer zu machen. Wie früher. Aber ins Wasser zu steigen, zu baden, das kommt ihnen nicht in den Sinn. Nicht hier, nicht anderswo, nachts nicht und tagsüber ebenso wenig.

In einem Geschäft der größten Shopping-Mall von Ras al-Khaimah türmen sich derweil im Eingangsbereich zweisprachige Koran-Ausgaben in Arabisch und Englisch neben Taschenbüchern über Computerprogrammierung. Das Beste aus zwei Welten im Sonderangebot. Nur die Hauptgewinne in der unverzichtbaren Kunden-Lotterie sind kleiner als im futuristischen Vorzeige-Emirat: Goldmünzen gibt es zeitweilig jeden Tag, aber nur alle zwei Monate eine Limousine. In Dubai konnte man allein in den Duty-Free-Shops des Flughafens eine Zeit lang täglich ein Auto gewinnen.

Titelbild: Dubai hat es mit einer palmenförmigen Insel vorgemacht, das Emirat Ras Al Khaimah zieht hinterher – künstliche Inseln wie hier das Al Marjan Island sind ein Muss © Ras Al Khaimah Tourist Development Authority

Weitere Fotos: © Ras Al Khaimah Tourist Development Authority (10), RAKTDA/Don Loriezo (3), RAKTDA/Ajay Mittal, RAKTDA/Faisal Riaz (3), RAKTDA/Obaid Al Budoor

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Bild: © Ras Al Khaimah Tourist Development Authority

Helge Sobik
Helge Sobik

Helge Sobik ist weit gereister Autor von mehr als 30 Büchern und begibt sich für uns auf die Suche nach dem ganz besonderen Luxus.