Österreich

Gewaltiges Vergnügen an den Krimmler Wasserfällen

Von den Krimmler Wasserfällen im Nationalpark Hohe Tauern hatte unser Autor schon gehört. Entscheidende Informationen allerdings erhielt der Mann erst vor Ort…

Schettkanzel, wie weit kann das sein?

Und was weiß ich schon von Wasserfällen? Die meisten, die mir in meinem Leben als Wanderer und Naturbursche begegneten, ähnelten im besten Fall mittelschweren Rohrbrüchen, die aus geheimnisvollen Gründen aus einer karstigen Felswand plätscherten. So war ich also wenig beeindruckt, als meine Gattin mir neulich eine Wanderung zu den Krimmler Wasserfällen vorschlug. Von Salzburg aus sinds bis nach Krimml im Nationalpark Hohe Tauern knappe 150 Kilometer – machbar für einen Tagesausflug, wenn man sich ohnehin schon in der Mozartstadt befindet. „Es gibt da übrigens drei Fallstufen“ sagte meine Reisebegleiterin, „wir wandern vom unteren Achenfall auf rund 1000 Metern den ganzen Wasserfallweg hoch bis zur Schettkanzel, abgemacht?“ Lässig zuckte ich mit den Schultern. Sagte mir nichts, diese Schettkanzel. Hätte ich den Reiseführer-Erläuterungen meiner Frau nur ein wenig besser zugehört. Vermutlich wären mir so nicht erst im „Wasserfallzentrum“ vor Ort ein paar Dinge klar geworden…

Das Wasserfallzentrum in Krimml ©wasserwelten-krimml.at

Dass es solch ein Zentrum tatsächlich gibt und dass man sogar Eintritt zahlen muss, um in dieses Museum und später auf den Wasserfallweg überhaupt erst einbiegen zu dürfen, öffnete mir die Augen – diese Wasserfälle schienen wirklich gewaltig zu sein! Wir reden hier von den höchsten Wasserfällen in Europa, den fünfthöchsten auf der ganzen Welt. Über drei Fallstufen mit einer Gesamtfallhöhe von 380 Metern stürzen pro Sekunde 5,6 Kubikmeter Wasser runter ins Tal. Die Geräuschkulisse im Nationalpark ähnelte dann auch der eines startenden Düsenjets. Dazu ein Sprühregen, wie man ihn sonst nur aus herbstlichen Tagen in Schleswig-Holstein kennt.

Mehr Fakten: Der Wasserfallweg ist über vier Kilometer lang und führt in lang gezogenen Serpentinen immer weiter hinauf. Höhenunterschied: 431 Meter! Uff. Zum Glück liegen viele Aussichtspunkte auf dem Weg: Der Kürsingerplatz etwa, die Riemann-Kanzel oder den Jaga-Sprung – allesamt perfekte Orte, um die grandiosen Ausmaße dieses Krimmer Naturspektakels zu ermessen und neue Kräfte zu schöpfen. Strategisch im richtigen Moment tauchte dann für uns (und wohl die meisten der rund 400 000 Besucher jährlich) das Gasthaus Schönangerl auf, 1306 Meter hoch, etwa 150 Meter noch vom Oberen Achenfall entfernt. Von hier aus hat man einen wunderbaren Blick auf die Wasserfälle, kann aber auch sehr gut ermessen, dass noch nicht der ganze Weg geschafft ist. Es dauerte noch eine mühsame halbe Stunde im Aufwärts-Trab, bis wir den begehrten Blick von der Schettkanzel – dem höchsten Aussichtspunkt des Wasserfallweges – hinunter ins Tal werfen konnten. „Anstrengung ist für edle Geister eine Stärkung“ sprach meine Frau und lachte, ihren Seneca hatte sie im Griff. Ich konterte mit Kierkegaard: „Die Götter verkaufen das Ungewöhnliche halt nicht zu Schleuderpreisen.“ Unentschieden, würde ich sagen.

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Harald Braun

Harald ist weit gereister Reporter und Schriftsteller. Am liebsten ist er übrigens mit Sabine unterwegs – seiner Frau, die eine hervorragende Fotografin ist.

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