Österreich

Radeln und rasten auf dem Tauernradweg

Der Tauernradweg führt auf etwas mehr als 270 Kilometer durch das Salzburger Land.  Im steten Wechsel geht es hoch auf den Berg und wieder runter ins Tal – das ist für unseren Autor keine wirklich gute Nachricht

Mindestens eine gute Nachricht gibt es aber auch, so hörte ich jedenfalls im Vorfeld meiner Tour: Der Tauernradweg ist landschaftlich überaus reizvoll und bietet stets eine Menge glaubwürdige Anlässe, das Rad immer dann kurz abzustellen, wenn die Lunge ächzt wie ein Trecker am Berg. Daran denke ich, als ich mich auf die erste Etappe des Tauernradwegs mache, die von Krimml nach Mittersill geht und – dem Herrn sei gedankt – hauptsächlich bergab führt. Kein Wunder, der Ausgangspunkt des Radwanderwegs liegt ganz in der Nähe der berühmten Krimmler Wasserfälle hoch am Berg. So ist es auch noch gar nicht nötig, dass ich an der Naturbadeanlage in Neukirchen oder am Badesee in Hollerbach schon eine Pause mache, um mich im Wasser abzukühlen. Am Ende sind es 33 Kilometer – und immer noch bin ich fit wie ein Turnschuh. Naja, kein neuer Turnschuh, aber immerhin.

Das wird sich aber leider in den nächsten Tagen ändern. Mittersill bis nach Bruck an der Glocknerstraße, das sind 32 Kilometer und gefühlte sieben Notbremsen: In Zell am See gibt’s ein Eis, in Kaprun dann lange, staunende Blicke hinauf auf den Kitzsteinhorn-Gletscher. Hauptsache ein paar Minuten Ruhe für Popo und Oberschenkel. Weiter geht die wilde Fahrt vorbei am herrlichen Glocknermassiv bis nach Schwarzach, dann weiter bis nach Golling über St. Johann im Pongau, Pfarrwerfen und Golling. Hört sich harmlos an, aber der Pass hinauf nach Golling ist für Menschen, die sich normalerweise von der Tour de France fernhalten, schon eine mittlere Herausforderung. Ich ziehe ein Zwischenfazit: Der Tauernradweg ist eine wunderschöne Strecke. Vor allem für sportliche Radler, ehrgeizige Gesund-Fexe oder E-Bike-Besitzer. Gehöre ich zu einer dieser Gruppierungen? Leider nein.

Bei der nächsten Gelegenheit werde ich trotzdem wieder auf mein braves Tourenrad steigen. Das Problem an so einer Radwanderung ist ja immer, dass einem hinterher nur die schönen Dinge in Erinnerung bleiben. In meinem Fall sind das die Pausen. An den hübschen Marktplatz von Kuchl werde ich sicher noch lange denken, auch an die Keltenstadt Hallein oder Großgmain mit seinem Freilichtmuseum. Die Bilder tauchen vor meinem geistigen Auge auf wie ein zu schnell geschnittener Videoclip: Schneizlreuth, wo ich fast einen Esel gerammt hätte, die idyllischen Wege entlang der Saalach, Saalfelden, Zell am See, Bruck – landschaftlich ein Traum.

Das Schöne an meiner Tour: Je länger ich im Sattel sitze, umso mehr scheinen sich meine Beine an die permanente Tritt-Verpflichtung zu gewöhnen. Am Endpunkt der Tour in Passau weiß ich gar nicht, in welchen der drei Flüsse Inn, Donau oder Ilz ich zuerst springen soll, um meiner Freude Ausdruck zu verleihen, dass ich die knapp 300 Kilometer Tauernradweg geschafft habe.

Schön wars, ach was: ein Traum wars.

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Titelbild: Salzburg im Blick: Radler auf einer der vielen Salzach-Brücken

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Bild: ©SalzburgerLand Tourismus

Harald Braun

Harald ist weit gereister Reporter und Schriftsteller. Am liebsten ist er übrigens mit Sabine unterwegs – seiner Frau, die eine hervorragende Fotografin ist.

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