Teneriffa

Einmal zum Teide und zurück

Der höchste Berg Spaniens liegt inmitten einer einzigartigen, kargen Landschaft, die man mit dem Auto oder noch schöner beim Wandern entdecken kann

Wie auf dem Mond

Als wir das erste Mal dort oben aus dem Auto ausgestiegen sind, mussten wir uns gegen den Wind stemmen, die Kapuze des Anoraks bis tief ins Gesicht ziehen, so heftig war der Wind – schneidend und eiskalt. Aber der Tag war klar und die Sonne schien. Und wir haben uns tatsächlich ein kleines bisschen wie auf einem fremden Planeten gefühlt – so karg, so einsam, so steinig, weitläufig und unbelebt ist die Hochebene rund um den Teide auf Teneriffa. Mit 3.718 Metern ist er der höchste Gipfel Spaniens, jetzt im Winter ist seine Spitze oft weiß eingepudert – und hier auf halber Höhe, sieht sie gar nicht mehr so gigantisch hoch aus. Wenn man von unten auf den Vulkan schaut, sieht man einen riesigen, beeindruckenden Kegel. Man sieht ihn beim Landeanflug, man hat ihn im Rücken, wenn man am Strand liegt, ja sogar von der Nachbarinsel La Gomera erblickt man vielerorts das fast wie eine Fata Morgana wirkende, aus dem Dunst ragende Bergmassiv.

Quer durch den Nationalpark

Was man aus der Ferne aber nicht sieht, das ist die Landschaft, die den Vulkan umgibt: eine ausgedehnte Caldera von 17 Kilometern Durchmesser –  Las Cañadas genannt. Viele Wanderwege erschließen diese karge, felsige Region. Und es gibt eine gut ausgebaute Gebirgsstraße, die quer durchführt und auf der sogar Linienbusse verkehren.

Endemische Pflanzen

Auf dieser TF-21 fährt man mit dem Mietwagen von La Orotava oder von Vilaflor aus durch den Teide Nationalpark und fühlt sich bald wie in einem Roadmovie – so ungewöhnlich ist die Natur drumherum. Zum ersten Mal erlebt man bei dieser Tour auch so etwas wie Jahreszeiten: Viele Laubbäume auf halber Höhe haben herbstlich braune Blätter oder sind schon kahl. Weiter oben wachsen nur noch Nadelbäume und schließlich fast gar nichts mehr, denkt man – stimmt aber gar nicht. Etwa 140 Pflanzenarten fühlen sich auch unter diesen extremen klimatischen Bedingungen wohl, und 50 von ihnen gibt es sogar nur hier. Seit 2007 gehört der Nationalpark zum UNESCO-Weltnaturerbe.

Seilbahn zum Gipfel

Die Teide-Seilbahn fährt bis auf 3.555 Meter hinauf – aber nur, wenn das Wetter es zulässt. Im Winter wird der Betrieb oft wegen zu starken Winds oder Schneefall eingestellt – auch als wir da sind, geht nichts. Da nützen auch die vorab online georderten Tickets wenig. Wir verpassen also für dieses Mal die Panoramablicke auf die anderen kanarischen Inseln, aber vielleicht ist es ja wie mit jeder wichtigen Gipfeleroberung. Man braucht eventuell mehrere Anläufe, bis man es schafft. Trotzdem sind wir erst einmal frustriert und fragen uns, wie wir statt dessen die Zeit hier oben verbringen.

Kleine Wandertour

Am Ende entscheiden wir uns für eine Wanderung rund um die Felsen Los Roques. Die dauert mit Fotostopps gemütliche zwei Stunden – und nach den ersten Minuten begegnet man selbst dort nicht mehr vielen anderen Teide-Entdeckern. Die meisten haben gar keine Wanderschuhe dabei und gehen nur ein kleines Stück zum Fotografieren. Der Weg Nr. 3 beginnt gegenüber vom Parador de Las Cañadas del Teide. Der Wind hat mittlerweile etwas abgeflaut, wir gehen einen schmalen Pfad durch niedriges Gebüsch und genießen die warmen Farben und die seltsamen Formen der Felsen um uns herum. Manche ragen als schmale Säulen aus der Ebene empor, andere Steinbrocken wirken so ausgewaschen und glattgeschliffen wie Treibgut aus dem Meer. Dann wieder glaubt man zu erkennen, wo einst Lava floss. Still und andächtig gehen wir durch diese stille, steinerne Landschaft, die vom Abendlicht in immer sanftere Farben getaucht wird.

Nacht am Berg

Als wir wieder am Parkplatz beim Parador ankommen, sind die meisten Tagesausflügler schon weg – mit dem Auto Richtung Küste unterwegs. Wir aber wollen bleiben, haben eine Nacht im Parador de Las Cañada del Teide geplant. Das Hotel hat zugegebenermaßen einen etwas antiquierten Charme, aber die Lage in Sichtweite des Teide-Kegels ist exklusiv. Im Kaminzimmer relaxen wir, bevor es im großen, in die Jahre gekommenen Speisesaal Abendessen gibt. Die Küche ist so lala, aber ein bisschen fühlen wir uns, als ob wir zu einer Expeditionstruppe gehören, die einsam oben am Berg geblieben ist. Außer den wenigen anderen Gästen, die sich in dem Raum fast verlieren, und dem Hotelpersonal ist jetzt vermutlich kaum noch eine Menschenseele im Nationalpark. Die Nacht ist eiskalt, nicht viel mehr als null Grad Celsius. Aber wir ziehen doch noch einmal unsere Anoraks an und machen einen Nachtspaziergang unterm weiten Sternenhimmel.

So geht’s bei schönem Wetter zum Gipfel:

1) Die Seilbahn nehmen: Hier kann man erfahren, ob die Gondeln fahren. Am besten bucht man sein Ticket vorab online und vermeidet so Warteschlangen. Wenn die Bahn wegen zu starken Windes nicht fährt, kann man natürlich kostenfrei stornieren. Das Ticket kostet für Erwachsene derzeit ab 27 Euro.

2) Hinauf wandern: Ab der Talstation sind es noch etwa 1.400 Höhenmeter bis auf den höchsten Berg Spaniens. Die Wanderung ist daher nur für Menschen mit einer sehr guten Kondition und alpinen Kenntnissen zu empfehlen. Die Luft ist in dieser Höhe auch spürbar sauerstoffärmer.

Unbedingt beachten: Die letzten 200 Meter ab der Bergstation der Seilbahn darf man nur mit einer vorab besorgten Genehmigung gehen. Aus Gründen des Umweltschutzes sind nur eine begrenzte Anzahl von Menschen gleichzeitig auf dem Gipfel zugelassen, mehr Infos dazu findet man hier. Bei geführten Touren ist der Veranstalter für diese Genehmigung zuständig, deshalb sollte man solche Wanderungen auch länger im Voraus buchen.

Wie bei den meisten Verboten – gibt es auch hier eine Ausnahme: Wer in der Schutzhütte Refugio Altavista auf 3260 Metern Höhe übernachtet, darf ohne Genehmigung den Gipfel erklimmen, wenn er vor 9 Uhr oben ist. Eine solche Tour empfiehlt sich bei Vollmond, da man vor Anbruch der Dämmerung starten muss. Zusätzlich braucht man Taschenlampen oder Stirnlampen.

3) Viele Ferienunterkünfte bieten Ausflüge für den Teide an.

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Titelbild: Der Teide auf Teneriffa ist Spaniens höchster Berg

Fotos: © Christiane Würtenberger (21)

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Bild: ©alexpolo – stock.adobe.com

Christiane Würtenberger

Christiane Würtenber reist als Journalistin seit vielen Jahren um die Welt. Privat ist sie am liebsten unterwegs ins Grüne und entdeckt beim Wanderung und Radeln Deutschland und Europa.

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