Mauritius

Mauritius: Abseits der Strände

Je oller, je doller: Verglichen mit der Nachbarinsel La Réunion ist Mauritius wesentlich älter, dadurch aber auch landschaftlich viel facettenreicher

Im Lauf der Zeit ist eine nahezu perfekte Landschaft entstanden, die an einen großen Garten erinnert. Erosion nagt unaufhörlich am Gestein und hat nach und nach die Vulkane, die Mauritius bis heute prägen, abgetragen bis auf schroffe Überbleibsel. Höchster Gipfel ist mit 828 Metern der Piton de la Petite Rivière Noire, der wirkt wie eine kleine tropische Version des Matterhorns.

In unzähligen Kurven schlängeln sich die engen Straßen über die Insel, durch Wälder aus Bambus und Alleen ausladender Flamboyant-Bäume, Zuckerrohrfelder wechseln ab mit Ananas-Plantagen. Einzelne Palmenhaine wiegen sich im warmen Wind und tupfen dabei die von markanten Felsen eingerahmten Hochtäler. Lohnende Stopps gibt es dabei überall, von den vielen Aussichtspunkten mal ganz abgesehen. Beispielsweise die Rumfabrik „Rhumerie de Chamarel“, die inmitten der blühenden Landschaft liegt und exquisite Köstlichkeiten wie Vanille- und Kokos-Rum anbietet.

Das „L’Aventure du Sucre“ ist ein anderes und äußerst lebendiges Industriedenkmal. In der Zuckerfabrik drehen sich bis heute die riesigen Schwungräder der Dampfmaschinen, wenn auch nur noch zu Demonstrationszwecken. Und der Botanische Garten von Pamplemousses zeigt, was in der Tropenluft des Indischen Ozean so alles wächst und gedeiht, allein 80 verschiedene Palmenarten fächeln sich in dem Park gegenseitig Luft zu. Palmen bestimmen auch das Bild in der Hauptstadt Port Louis, die angesichts ihrer immerhin 170 000 Einwohner überraschend gemütlich wirkt. Am Ende der hübschen Fußgängerzone ist in einem eigens für die berühmteste Briefmarke der Welt gebauten Museum die „Blaue Mauritius“ zu bestaunen.

Nicht einmal die Hälfte der Bewohner von Mauritius sind Hindus, legt man allerdings die Zahl der Tempel und Tempelchen zugrunde, die überall auf der Insel verteilt sind, wirkt ihr Anteil deutlich höher. Kaum ein Strand oder Aussichtspunkt, auf dem nicht ein kleiner Schrein steht. Im Vulkankrater am Grand Bassin allerdings fühlt man sich allein schon durch den Nebel der vielen Räucherstäbchen den Göttern ganz nah. Der Ganga Talao darin ist ein heiliger See und eine der wichtigsten Hindu-Pilgerstätten außerhalb Indiens. Mit seinen monumentalen, bunten Götterstatuen, darunter ein 33 Meter hoher Shiva, wirkt die Anlage auf unkundige Betrachter wie ein kunterbunter Freizeitpark.  Das Wasser des Sees soll einer Legende zufolge mit dem Ganges verbunden sein. Doch da man Legenden nicht trauen kann, half man vor einigen Jahrzehnten nach und kippte importiertes Ganges-Wasser nach. Seitdem ist der Status gewissermaßen wasserdicht und die Anlage ein Pilgerziel, sogar weit über Mauritius hinaus.

Der besondere Tipp

Von der Küste bei Mahébourg aus wirkt sie eher unscheinbar, doch die Île aux Aigrettes ist wie eine Arche Noah für stark bedrohte Arten, darunter die rosa Mauritius-Taube und die gemütlichen Aldabra-Riesenschildkröte. Vom kleinen Besucherzentrum aus kann man an 1,5-stündigen Führungen teilnehmen. Von Mahébourg gibt es Boots-Shuttles. mauritian-wildlife.org

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Titelbild: 820 Meter gen Himmel ragt der Pieter Both, Mauritius’ zweihöchster Berg © Dietmar Denger

© Fotos: Dietmar Denger (14), Kletr – stock.adobe.com

 

© Myroslava – stock.adobe.com

Dietmar Denger

Dietmar Denger reist als Reporter und genialer Fotograf schon seit vielen Jahren durch die Welt. Hier stellt er seine Lieblingsorte vor.

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