Karibik

Kuba: Juwel der Karibik

Wie Perlen auf einer Schnur reihen sich Kubas vielfältige Schönheiten aneinander: die pulsierende Metropole Havanna, prächtige Altstädte aus der Kolonialzeit, tropische Wälder, dazu lange Sandstrände und karibisches Lebensgefühl

„Todos somos Americanos.“ Wir sind alle Amerikaner. Es waren historische Worte, die US-Präsident Barack Obama im Dezember 2014 sprach. In der kubanischen Bevölkerung sorgten sie für Hoffnung auf eine Annäherung zwischen ihrem Land und den USA nach einem halben Jahrhundert politischer Eiszeit, auf einen Boom für den Tourismus. Und tatsächlich: Immer mehr Urlauber reisten von 2015 an auf die Karibikinsel, 2016 legte das erste amerikanische Kreuzfahrtschiff seit 50 Jahren im Hafen von Havanna an, und auch die Obamas besuchten Kuba.

Die bonbonfarbenen, glänzend polierten Straßenkreuzer aus den 1950er- und 1960er-Jahren waren wieder häufiger auf den Boulevards der Hauptstadt zu sehen. Junge Kubaner heuerten in den großen Hotels und Restaurants an, verdingten sich als Gästeführer. Mit dem Gran Hotel Manzana Kempinski eröffnete 2017 die erste Fünf-Sterne-Unterkunft des Landes in Havanna. Doch noch im gleichen Jahr gingen mit Trumps Einzug ins Weiße Haus neue Sanktionen und Verbote einher, die den Boom ausbremsen. 4,3 Millionen Gäste zählte die Insel 2019, knapp ein Zehntel weniger als im Vorjahr. Bei den Besuchern aus den USA betrug der Rückgang sogar 20 Prozent, eine knappe halbe Million kamen zuletzt noch. Umso bedeutender sind die europäischen Urlauber.

Havanna: Jedes Jahr ein neues Luxushotel

Kuba hat sich zu einer jungen Luxusreise-Destination entwickelt, allen voran die Hauptstadt Havanna. Seit 2017 hat jedes Jahr ein neues Hotel der Spitzenklasse entlang der Flaniermeile Paseo del Prado eröffnet. Den Anfang machte das Kempinski auf Höhe des Parque Central, einem bei Habaneros beliebten Treffpunkt mit einer Statue für Nationaldichter José Marti und 28 Palmen. Von der Hotelterrasse aus auf dem Dach des historischen Manzana de Gomez-Blocks – Kubas erster Shopping Mall nach europäischem Vorbild – hat man einen traumhaften Blick über die umliegende Altstadt. Ihre Gassen, von Arkaden gesäumten Plätze und verschnörkelten Palacios gehören übrigens zum Weltkulturerbe der UNESCO.

Einen Kilometer weiter nördlich, direkt an der Einmündung in die Uferpromenade Malecón, hat im November 2019 das SO/Paseo del Prado La Habana mit 250 Zimmern aufgemacht. Sein Highlight: der Infinity-Pool, in dem man scheinbar grenzenlos bis in den Atlantik schwimmt. (Bis an den Strand von Key West in Florida wären es noch 167 Kilometer.)

Renovierte Vorzeigebauten

Aber nicht nur Unterkünfte strahlen in neuem Glanz. Ex-Präsident Raúl Castro ließ zwei zwei Vorzeigebauten am Paseo del Prado renovieren: das Capitolio und das Gran Teatro de La Habana „Alicia Alonso“. Beide wurden pünktlich zur großen 500-Jahr-Feier Havannas im vergangenen Herbst fertig. Im ersten, einem weitläufigen neoklassizistischen Bau aus hellem Kalksandstein – inspiriert vom Panthéon in Paris und dem Petersdom in Rom – tagten bis zur Revolution Repräsentantenhaus und Senat; seit 2018 trifft sich hier die kubanische Nationalversammlung. Im neobarocken Prunktheater gleich nebenan hat das weit über die Grenzen Kubas hinaus bekannte Nationalballett sein Zuhause.

Folgt man der Malecón am Ufer des Atlantik – mit Kaimauern auf der einen, säulengeschmückte Fassaden auf der anderen Seite –, gelangt man nach Vedado. Junge Kubaner aus der oberen Mittelschicht beleben Havannas modernes Zentrum mit seinen angesagten Restaurants und Bars. Auch die berühmteste Eisdiele Lateinamerikas, das „Coppelia“, befindet sich hier: Bis zu 9000 Menschen frequentieren täglich den an ein gelandetes Ufo erinnernden Eispalast. Einst errichteten in dem Quartier Offiziere und Adelige, Bankiers und Geschäftsleute, die es mit dem Zuckerhandel zu Geld gebracht hatten, pompöse Art déco-Residenzen. Im Westen schließt sich der Stadtteil Miramar an: Infolge der Revolution standen viele der eklektischen Villen leer, heute haben die meisten Botschaften und viele Firmen ihren Sitz in den Gebäuden an der zwölf Kilometer langen Avenida Quinta, gesäumt von Königspalmen, Feigen- und Mandelbäumen.

Trinidad – die Stadt der Zuckerbarone

Von Reichtum zeugt das Stadtbild von Trinidad. Der Ort im zentralen Süden des Landes, 1511 vom spanischen Eroberer Diego Veláquez de Cuéllar als dritte Siedlung auf Kuba errichtet, war über Jahrhunderte ein Zentrum der Zuckerwirtschaft (und damit auch des Sklavenhandels). Die Zuckerbarone importierten für die Straßen Kopfsteinpflaster aus Boston, bauten sich bunte, (teils) einstöckige Villen mit geschmiedeten Fenstergittern und Veranden davor, schmückten die Fassaden mit andalusischen Elementen. Architektonisch ist ein Spaziergang durch die in sich geschlossene Altstadt von Trinidad wie ein Ausflug in die Kolonialzeit – und UNESCO-prämiert.

Besucher der 75 000 Einwohner-Stadt spüren dabei ohne großes Zutun etwas vom kubanischen Lebensgefühl. Schon morgens treffen sich die ersten Combos auf der Straße, zupfen auf ihren Gitarren die Melodie des „Chan Chan“, des berühmten Buena Vista Social Club-Stücks, und trommeln den Son-Rhythmus auf ihren Congas.

Cienfuegos – Kubas einziger Triumphbogen

Eine Stunde Fahrt westlich von Trinidad liegt das 1819 von den Franzosen gegründete Cienfuegos. Mit seinem Hafen und dem Anschluss an das Eisenbahnnetz gegen Ende des 19. Jahrhunderts löste die Stadt an der Jagua-Bucht schon bald Trinidad als Umschlagplatz für Zuckerrohr, aber auch für Kaffee und Tabak, ab. Nahezu perfekt erhalten (und Teil des Weltkulturerbes) sind die prächtigen Häuser aus dieser Zeit rund um den zentralen Parque Marti mit dem einzigen Triumphbogen Kubas, außerdem das neoklassizistische Theater und der Palacio de Valle im maurischen Stil.

Naturschätze im Westen

Im Westen des Landes erstreckt sich rund um das Guaniguanico-Gebirge, in den Provinzen Artemisa und Pinar del Río, eines der schönsten Naturgebiete der Karibik. Etwa 20 000 unterschiedliche Pflanzenarten sind im immergrünen Regenwald der Sierra del Rosario heimisch. Mitten drin: der kleine Ort Soroa und sein Orchideengarten. Angelegt vom kanadischen Einwanderer Tomás Felipe Camacho, blühen hier mehr als 700 Arten aus aller Welt. Eine Viertelstunde Fußmarsch entfernt stürzt am Salto de Soroa das Wasser 22 Meter einen Felsen hinunter und bildet ein natürliches Becken, in dem man sogar schwimmen kann.

Am Übergang der Sierra del Rosario in die Sierra de los Órganos, noch weiter westlich, erstreckt sich das Valle de Viñales. Wie Elefantenrücken ragen in dem Tal die bis zu 400 Meter hohen, mit wucherndem Grün bewachsenen Kegelfelsen (Mogotes) hervor. Den besten Blick über die Felsen und das Tal hat man am Mirador Los Jazmines, neben dem gleichnamigen Hotel. Im Süden schließen sich die rostroten, fruchtbaren Tabaköden der Vuelta Abajo an. Aus dieser Region kommt der meiste kubanische Tabak, Kenner halten ihn für den besten (und stärksten) des Landes.

Traumhafte Strände

Entlang der knapp 5000 Kilometer langen Küste der größten Insel der Antillen gibt es zahlreiche Strände, die sich optisch wie aus dem Bilderbuch präsentieren: strahlend weißer feiner Sand, scheinbar endlose unberührte Abschnitte unter Palmen, dazu das türkis schimmernde Wasser des Ozeans… Als Hotspot gelten dabei die Strände auf Cayo Santa Maria im Archipel Jardines del Rey, den „königlichen Gärten“. Die schmale Insel vor der Nordküste ist über einen 48 Kilometer langen Damm mit dem kubanischen Festland verbunden und wartet mit luxuriösen Hotels direkt am Meer auf.

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29.09.2022 – 27.11.2022
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Stand der Informationen: 20.01.2022. Die verbindliche Beschreibung der bei airtours buchbaren Leistungen finden Sie in der Buchungsstrecke der tui.com.

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Titelbild: Für einen Hauch von Vintage sorgen die polierten US-Cabrios aus den 1950er-Jahren im Zentrum von Havanna © Kamira – shutterstock.com

Weitere Fotos: © Kubanisches Fremdenverkehrsamt (5), Gran Hotel Manzana Kempinski, airtours.de, Sean Pavone, eskystudio, Mabelin Santos, Regien Paassen, ESB Professional, Kamira, Salvador Aznar, Gabor Kovacs Photography (2), Felix Lipov, Anton_Ivanov, Angelo D‘ Amiro, Arodel, KKulikov, Lisa Strachan, Toms Auzins, Toniflap (alle shutterstock.com)

Jan Maier

Jan Maier hat in Paris das Redakteurshandwerk gelernt und nebenbei Frankreich auf Landstraßen erfahren. Er erkundet Städte genauso gern wie die Natur – ob in seiner Heimat Norddeutschland oder in der Ferne. Als Reisereporter liegen noch viele Kilometer vor ihm.

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