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Nico Hofmann im Interview: „Ich wäre gern Hotelier“

Für seine Film- und Fernsehprojekte bereist Nico Hofmann die ganze Welt und taucht ein in andere Kulturen. Ein großes Privileg für den Produzenten.

Herr Hofmann, als erfolgreicher Filmproduzent sind Sie ständig auf Reisen. Mögen Sie privat eigentlich noch in den Urlaub fahren?
Privat bin ich am liebsten in meiner persönlichen Umgebung am Berliner Wannsee – und hier vorzugsweise mit dem Boot auf dem Wasser. Zum einen lernt man Berlin von einer ganz anderen Seite kennen, zum anderen gibt es im Sommer nichts Erholsameres.

Wie vertreiben Sie sich die Zeit während eines Fluges?
Ich liebe das Flugzeug als einen Ort der Stille – vor allen Dingen bei Langstreckenflügen. Ich höre weder Musik noch benutze ich das Bordprogramm – es ist für mich einfach die ideale Zeit für Drehbuchlektüre.

In diesem Jahr waren Sie in Las Vegas, um für ein Filmprojekt Siegfried und Roy zu treffen. Haben Sie ein Rezept gegen Jetlag und wie hat Ihnen die Stadt gefallen?
Das beste Rezept gegen Jetlag bleibt bei mir ohne jede Einnahme von Medikamenten oder Schlafmitteln: die möglichst schnelle Adaptierung der jeweiligen Zeitzone durch möglichst viel frische Luft und viel Sonne. Las Vegas ist sicherlich nicht gerade der ideale Ort hierfür. Die Stadt selbst kann sehr schnell überlaufen wirken. Da ist Siegfried & Roy’s Secret Garden der ideale Rückzugsort. Diese Größe von Las Vegas und das unglaublich starke Entertainmentangebot – das verdanken wir dort vorrangig den beiden deutschen Magiern.

Fühlen Sie sich in Hotelzimmern sofort wohl oder haben Sie kleine Tricks, um sich „zu Hause“ zu fühlen?
Ich fühle mich sofort wohl, da ich bei der Auswahl der Hotels mittlerweile sehr auf die Gastfreundschaft achte – es gibt bei mir nur noch Lieblingshotels und dann auch Lieblingszimmer, die ich immer wieder bewohne. Musik spielt hierbei eine wichtige Rolle – als erstes schließe ich meine Bluetooth-Anlage an.

Gibt es ein Hotel oder einen Ort, die Sie überrascht haben?
Die schönste Überraschung war für mich das neue „Rooftop“-Restaurant des Waldorf Astoria Beverly Hills in Los Angeles – es ist der Hotspot der Stadt mit einem umwerfenden Blick.

Haben Sie während eines Filmprojekts überhaupt Zeit, sich eine Stadt oder einen Ort jenseits des Filmsets anzuschauen?
Da wir weltweit an ganz verschiedenen Orten drehen, benutze ich den Aufenthalt immer auch für eine Reise in andere Kulturen – das empfinde ich als großes Privileg meines Berufs.

Gibt es einen Ort auf der Welt, den Sie sich unbedingt noch anschauen möchten und wenn ja, warum?
Definitiv die Antarktis, hier bin ich mit meiner Schwester in Kürze privat auf einem der neuen Explorer-Schiffe von Hapag-Lloyd unterwegs.

Hinter Ihnen liegt eine eindrucksvolle Karriere. Gibt es noch einen Stoff, den Sie unbedingt umsetzen möchten?
Offen gestanden gibt es den nicht – ich kann mir aber gut ein zweites Leben als Hotelier vorstellen.

Nico Hofmann
Mit „Unsere Mütter, unsere Väter“, „Deutschland 83“ oder „Der Junge muss an die frische Luft“ schrieb Nico Hofmann Film- und Fernsehgeschichte. Vielfach ausgezeichnet, gibt der UFA-Geschäftsführer wertvolle Karrieretipps und Einblicke in die Filmwelt online auf der Edutainment Plattform „Meet Your Master“

Titelbild ©Nico Hofmann (2016)/VerLie2012/Eigenes Werk

Vanessa Oelker

Wenn die Hamburger Journalistin nicht gerade die Welt bereist, interviewt sie Größen ihrer Zunft. „Ob Nobelpreisträger, Oscargewinner, Japanische Messerschmiede oder Mönche in Bhutan – jeder hat eine faszinierende Geschichte zu erzählen”, so die Autorin.

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