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America’s Cup: Formel 1 zur See

Mit bis zu 93 Stundenkilometern jagen die vier Teams in ihren Booten über das Meer. Es ist das Rennen um die ersten Punkte bei der 36. America’s Cup World Series, der wichtigsten Segelregatta der Welt. Vom 23. bis 26. April trifft sich die Segler-Elite zur ersten Wettkampfserie im Hafen von Cagliari auf Sardinien

Blitzschnell schießen die Boote über das Wasser. Sie scheinen regelrecht zu fliegen. Und tatsächlich verlieren die Jachten für Sekunden den Kontakt zur Meeresoberfläche. Möglich machen das zwei dünne Tragflächen an den Außenseiten des Bootes. Sie heben den Rumpf aus der See. „Foilen“ nennen das die Segler. Das ermöglicht, bei günstigen Windverhältnissen, die hohen Geschwindigkeiten von bis zu 50 Knoten (93 km/h) – und lässt den Puls der Crews nachweislich auf jenseits von 180 steigen.

Die Rennen der America’s Cup World Series sind ein Erlebnis – für Zuschauer und Segler gleichermaßen. Je zwei Boote rasen dabei, in ständiger Schieflage, über die Rennstrecke. Drei Mal zur Boje hin, drei Mal zurück. Danach ein Sprint zur Ziellinie. Nach etwa 20 Minuten ist für die Crews alles vorbei. Durchatmen. Am Nachmittag treten sie in anderen Konstellationen wieder gegeneinander an. In diesem Jahr übrigens durchweg in eigens dafür konstruierten, modernen Hightech-Jachten: den „AC75“. Die sind rund 23 Meter lang und haben nur einen Rumpf – im Unterschied zu den Katamaranen und Trimaranen, mit denen die Segler in den vorherigen Ausgaben ihre Kräfte gemessen haben.

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Der Wettstreit um den „Auld Mug“ – den alten Becher, wie die Sportler den Pokal nennen – ist die älteste bis heute ausgetragene Segelregatta der Welt. Den Auftakt zur 36. Ausgabe seit 1851 machen die vier Teams am 23. April im Hafen von Cagliari auf Sardinien. Vier Tage lang kämpfen Titelverteidiger Neuseeland und die Herausforderer aus Italien, Großbritannien und den USA um den Sieg in dieser ersten Rennserie. Vier Wettfahrten wird es anfangs pro Tag geben. Die beiden besten Mannschaften fahren am Sonntag, dem letzten Wettkampftag, so lange, bis eine von ihnen zwei Rennen gewonnen hat. Im Juni und im Dezember treten alle vier Mannschaften zu weiteren Rennserien vor Portsmouth/England und Auckland/Neuseeland an. Die beiden besten Teams kämpfen dann im März 2021 zwei Wochen lang vor Neuseeland darum, den Pokal mit nach Hause zu nehmen.

Logenplatz auf dem Wasser

Alle Rennen werden auf Großbildleinwand im Hafen von Cagliari übertragen. Noch besser aber verfolgen Sportbegeisterte die Regatta von den offiziellen Zuschauerbooten aus. Diese steuern direkt an das Wettkampfgeschehen heran und ermöglichen den Zuschauern, das Rennen und die adrenalingeladene Atmosphäre vom Wasser aus zu erleben:

Auf Komfort müssen die Besucher auf dem Premium-Zuschauerboot nicht verzichten: Mit dem Drink aus der bordeigenen Bar in der Hand beobachten sie bequem auf dem Oberdeck des Schiffs, wie die America’s Cup-Teilnehmer in Sichtweite mit ihren Jachten an ihnen vorbeisegeln. Tickets für die Mitfahrt bekommen Sie hier, wahlweise auch in Kombination mit zwei oder mit vier Übernachtungen in der sardinischen Hauptstadt.

Wer sich noch stärker auf das Rennen fokussieren will, sollte auf dem Luxusrippenboot einchecken (Fahrkarten finden Sie hier). Ein erfahrener Skipper bringt die Gäste mit dem hochmotorisierten Schlauchboot nah an den Rand der Regatta-Strecke und kommentiert vom Steuer aus das Geschehen.

An Bord des Deluxe-Zuschauerboots wartet Experte Jack Griffin auf interessierte Fans und auf solche, die es werden wollen (hier geht es zum Bordpass). Der Ingenieur hat seit 2004 für verschiedene Teams der Regatta gearbeitet. Er erklärt den Passagieren, was auf den Rennjachten passiert, auf was es während der Wettfahrten ankommt; er kennt sich mit möglichen Strategien der Mannschaften aus und gibt Einblicke hinter die Kulissen des Events.

Cagliari – die Stadt am Engelsgolf

Cagliari, der Heimathafen der italienischen Mannschaft, liegt auf zehn Hügeln im Süden von Sardinien am Golfo degli Angeli, dem Engelsgolf. Von der Zeit der Phönizier bis ins späte 19. Jahrhundert war die Hauptstadt der zweitgrößten Mittelmeerinsel eine wichtige Festung der jeweiligen Herrscher: Römer, Araber, Aragonier, Savoyer… die Machthaber der Insel wechselten über die Jahrhunderte immer wieder. Seit 1861 gehört sie zu Italien.

Bis heute umgeben mächtige Mauern die höher gelegene Altstadt Castello. Ihr mittelalterliches Flair lässt sich bei einem Spaziergang durch die zahlreichen Gassen erleben, vorbei an der Kathedrale Santa Maria bis zur Terrazza Umberto I. im Süden. Von hier hat man einen großartigen Blick auf Cagliari, den Hafen und das Meer.

Klassizistische Palazzi mit hohen Arkaden und zahlreichen Boutiquen im Inneren reihen sich am palmengesäumten Hafenboulevard Via Roma aneinander. Vom 23. bis 26. April bezieht dort das „Renndorf“ der America’s Cup World Series Quartier. Ein Hingucker auf der Meile: der AC75-Simulator. Hier kann sich jeder und jede selbst als Skipper eines der Rennboote ausprobieren.

Titelbild: Die ultramodernen Hightechjachten „AC75“ scheinen über das Meer zu fliegen © Amory Ross/NYYC American Magic

Weitere Fotos: © Harry KH, LunaRossa/Carlo Borlenghi, Amory Ross/NYYC American Magic, Emirates Team New Zealand, PRADA CUP/Studio Borlenghi, SeanPavonePhoto, lorenza62, Stefano Garau, murasal, Eva Bocek, CL-Medien (alle stock.adobe.com)

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Bild: © Harry KH

Jan Maier

Jan Maier hat in Paris das Redakteurshandwerk gelernt und nebenbei Frankreich auf Landstraßen erfahren. Er erkundet Städte genauso gern wie die Natur – ob in seiner Heimat Norddeutschland oder in der Ferne. Als Reisereporter liegen noch viele Kilometer vor ihm.