Dubai

Auf der Palme in Dubai

Es gibt wenig Sehenswürdigkeiten auf diesem Planeten, die man bereits aus dem All erkennen kann. The Palm in Dubai zählt dazu – jene riesige Landaufschüttung unmittelbar in stilisierter Palmenform vor der Küste des Emirats.

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Auf den Enden der einzelnen Wedel von The Palm stehen die prächtigsten Paläste, dort residieren die Reichsten, oft Mitglieder der Herrscherfamilie – so wie Dubais Kronprinz Hamdan in seiner ultramodernen Architektenvilla am äußersten Ende von Wedel „D“ wohnt. Abends kann er von der Terrasse aus die Skyline Dubais blinken sehen: die Lichter des Burj Khalifa in der Ferne und die des Burj al-Arab ganz in der Nähe. Und natürlich die der Luxushotels gleich gegenüber auf dem äußeren Ring der Aufschüttung in weniger als 150 Meter Entfernung.

Wo heute die Pools sind, war zuvor nichts als Meeresgrund. Wo die Häuser stehen, war bis vor ein paar Jahren nichts als Wasser. Um so etwas zu erschaffen, braucht man dreierlei: eine kühne Idee, sehr viel Geld – und Holländer mit ihren Spezialschiffen. Für die gewaltige Landgewinnung The Palm mussten erst viele Millionen Tonnen Felsen bewegt und als Sockel aufgeschüttet, anschließend mehrere Hundert Millionen Kubikmeter Sand und Muschelkalk mit den Rüsseln jener Spezialschiffe vom Meeresboden aufgesogen und an anderer Stelle aufgespült werden. 

Als The Palm vor inzwischen über einem Jahrzehnt mit allem drumherum festlich eingeweiht wurde, gleichzeitig mit gut tausend Villen, mit ersten Hotels, einer Moschee und ein paar Geschäften, da wurde zur Feier des Tages von Booten vor den Terrassen der Villen aus das bis dato größte Feuerwerk der Welt abgebrannt. Klein hat man es in dieser Gegend nicht gern, und groß genügt oft nicht.

Fünf Kilometer lang ist jetzt die Straße, die sechsspurig über den Stamm jener Palme bis zum äußeren Ring mit den Hotels führt. Zweispurig sind die Abzweiger auf die jeweils bis zu etwa zwei Kilometer langen einzelnen Wedel, hinein in die privaten und von Sicherheitsleuten an einer Zufahrtsschranke bewachten Wohnstraßen wie jener Wedel D mit der Villa des Kronprinzen – Durchfahrt nur für registrierte Anwohner. 

Draußen auf dem Wasser paddelt diesen Vormittag jemand im knallroten Kajak über den Mini-Fjord zu den Grundstücken auf dem gegenüberliegenden Palmwedel, ein anderer angelt vom Boot aus und wird später von dem riesigen Rochen erzählen, den er im klaren Wasser neben dem Boot gesehen hat. Und aus der geöffneten Terrassentür einer anderen Villa klingt sphärisch-jazzige Lounge-Musik.

Aus der Nähe betrachtet hat all das überraschenderweise gar nichts Artifizielles mehr – obwohl sich die Fassaden und Grundrisse wiederholen, obwohl die Bauherren aus sechs verschiedenen Modellen vom Reißbrett des Bauträgers aussuchen konnten und die „Villa Mediterranea“ mit ihren gut 350 Quadratmetern Wohnfläche auf zwei Etagen und ohne Regenrinnen an den Dachüberständen das mit Abstand populärste Modell ist. Kinder spielen zwischen geparkten Porsche Cayennes und Mercedes-Limousinen Fußball oder Federball, werfen Frisbee-Scheiben oder gleiten auf Roller Blades über den spiegelglatten Asphalt der Anwohnerstraße.

Ob man von den Hotels aus in die Villen schauen kann? Bei Scheich Hamdan und seinen Nachbarn durchs Fenster? Abends, wenn Licht an ist? Meistens nicht. Millionäre kommen hier spät nach hause, sind noch zum Shoppen in der Stadt, zum Essen in einem der vielen Restaurants, auf Kurztrip in der Wüste. In den meisten Villen ist es dunkel bis spät in die Nacht. Oder ihre Bewohner sitzen fast nicht zu erkennen bei Kerzenschein am Pool. Dem eigenen, auf der Palme vor Dubai. Schlecht haben sie es wirklich nicht getroffen. Ebenso wenig wie die Gäste der Luxushotels gleich gegenüber. Wirklich nicht schlecht, dieses Leben!

Titelbild: ©AdobeStock/Delphotostock
Weitere Fotos: ©Helge Sobik (4), Dubai Tourism (1)

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Bild: © Atlantis The Palm

Helge Sobik
Helge Sobik

Helge Sobik ist weit gereister Autor von mehr als 30 Büchern und begibt sich für uns auf die Suche nach dem ganz besonderen Luxus.