Spanien

Las Palmas auf Gran Canaria: Beschauliche Großstadt auf den Kanaren

Ein bisschen quirliges Rio und das Flair vergangener Zeiten, Palmen und lange Sandstrände, Designer-Boutiquen und Bauten aus der Kolonialzeit: Diese lebendige Mischung macht die größte Stadt der Kanarischen Inseln zur lebens- und liebenswerten Metropole

Wie wär’s mit einem Stündchen am Strand? Die Bucht ist weitgeschwungen, der Atlantik glitzert, im Hintergrund Palmen. Zwischen den an Land gezogenen Fischerbooten sonnen sich Badegäste im goldgelben Sand. Fast könnte man vergessen, dass die drei Kilometer lange Playa de las Canteras kein Insider-Beach in einem kanarischen Fischerdorf ist, sondern der Stadtstrand von Las Palmas, der Hauptstadt von Gran Canaria. Es reicht, sich mal kurz umzudrehen: Hinter den Palmen ragen Wolkenkratzer, Hoteltürme und Apartmenthäuser in den Himmel, und auf der breiten Fußgängerpromenade, die ihn säumt, sind vor allem Einheimische unterwegs. Speziell an Sonntagen spaziert hier die halbe Stadt auf und ab – in Badehose mit Flossen an den Füßen, im Rüschenkleid mit Gucci-Tasche, mit Vereinsschal und fünf Tageszeitungen unter dem Arm, alles ist erlaubt – bevor sich auf den Restaurant- und Bar-Terrassen alles zu einem späten, ausgedehnten Mittagessen niederlässt. Freizeitvergnügungen einer Großstadt, die ein wenig an Rio de Janeiro erinnert.

Las Palmas ist tatsächlich eine richtige Großstadt – die größte des kanarischen Archipels. Sie hat fast 400 000 Einwohner, einen der größten spanischen Atlantikhäfen, ist eine quirlige, weltoffene Metropole und damit eine echte Überraschung und ein spannendes Kontrastprogramm mitten im kanarischen Badeparadies. Und sie zerfällt in zwei weit auseinanderliegende Viertel, die unterschiedlicher nicht sein könnten.

Lebhaft und laut ist das an die Playa de las Canteras angrenzende Neubauviertel Santa Catalina. Mofas knattern, Schüler schlappen gruppenweise in Richtung Strand und nachts wummern westafrikanische und südamerikanische Sounds aus den Clubs. Tagsüber hat sich der Mercado del Puerto de la Luz zum liebsten Treffpunkt für Hausfrauen, Büroangestellte und hungrige Kreuzfahrttouristen entwickelt. In der schönen, alten Markthalle mit ihrem schmiedeeisernen Schnörkelwerk kann man nicht nur Stockfisch, dicke kanarische Karotten und Blumen kaufen, sondern auch richtig fein essen: An Food-Theken gibt’s kunstvoll aufgetürmte montaditos (Sandwiches), marinierte Muscheln oder Gemüsetapas, dazu kühlen Weißwein und fröhliches Balancieren auf hochbeinigen Design-Hockern.

Vom Markt im modernen Norden bis zur Altstadt von Las Palmas im Süden sind es fast sieben Kilometer. Das ist zu Fuß zu lang, mit dem Bus langweilig, aber mit dem Fahrrad ein Erlebnis. Der Radweg führt direkt an der Meerespromenade entlan; zur Rechten glitzert der Atlantik, große Pötte schieben sich durchs Wasser – die perfekte Einstimmung auf die Geschichte von Las Palmas als Brückenkopf in Richtung Neue Welt. Erster Stopp in der Vergangenheit: das Viertel Triana mit seinen klassizistischen Bauten und Sprossenfenstern, in denen sich das kräftige Atlantiklicht bricht. Mit seinen vielen kleinen Mode- und Designläden ist Triana die erste Shopping-Adresse in Las Palmas. Gleich dahinter liegt mit dem noch älteren Viertel La Vegueta die historische Keimzelle von Las Palmas. Buckelig gepflasterte Gassen, durch die einsame Katzen streichen. Dazu die kanarische Kolonialarchitektur mit ihrem gekalkten Wänden, dem dunkel abgesetzten Vulkansteindekor, den geschnitzten Holzbalkon, den schattigen Innenhöfen, in denen man Zuflucht von Hitze und Wind fand. In La Vegueta machte schon Kolumbus auf dem Weg nach Westindien Station und übernachtete (vermutlich) im ehemaligen Gouverneurspalast mit Säulenpatio und kunstvoll geschnitzten Holzbalkons ein letztes Mal mit festem Boden unter dem Bett.

Als „Casa de Colón“ kann der Palast besichtigt werden, aber authentischeren Las-Palmas-Charme tankt man auf der Plaza de Santo Domingo ganz in der Nähe Ganz still ist es dort, kein einziges Café stört. Nur eine Kirche gibt es dort, einen sprudelnden gotischen Steinbrunnen und alte Männer, die reglos auf den Bänken unter den Lorbeerbäumen sitzen. Doch dann dringt aus einem grün getünchten Flachbau lautes Gelächter: Ein paar Senioren vertreiben sich beim Malkurs die Zeit. Kanarischer Alltag zum Zusehen – als Erholungsprogramm fast so wirkungsvoll wie der Stadtstrand.

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28.06.2022 – 26.08.2022
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In Las Palmas historischem Viertel Vegueta herrscht entspannte Gelassenheit

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Titelbild: Die Kathedrale Santa Ana, die älteste und größte Kirche auf Gran Canaria, in Las Palmas historischem Viertel Vegueta © Michael Adler

Weitere Fotos: © Michael Adler (11)

Bild: © Michael Adler

Joachim Negwer

Joachim ist als Reporter und Fotograf das halbe Jahr auf Reisen – immer auf der Suche nach besonderen Erlebnissen. Übrigens genau so gerne auf Bali wie im Schwarzwald.

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